Patientensicherheit: Neue Wege im Dialog

Der TK-Monitor Patientensicherheit liefert Antworten darauf, wie sicher sich Patienten und Patientinnen bei Behandlungen fühlen und ist die Basis für neue Initiativen.

Lesezeit 3 Minuten Lesezeit


ie TK legt seit jeher Wert darauf, ihre Versicherten nach ihren Meinungen und Erfahrungen zu befragen, um daraus zu lernen. Auch bei dem Thema Patientensicherheit hört die TK genau zu: Wie sicher fühlen sich Patientinnen und Patienten bei Behandlungen? Was können sie selbst für mehr Sicherheit tun? Und was bedeutet die Coronapandemie für die Patientensicherheit? Das sind einige der Fragen, auf die der TK-Monitor Patientensicherheit wichtige Antworten liefert.

Ein Viertel der Befragten vermutet demnach, in den letzten zehn Jahren schon einmal selbst einen Behandlungsfehler erlebt zu haben. Von diesen hat jedoch nur ein Drittel den Fehlgriff gemeldet. Fast die Hälfte der Befragten hält es für wahrscheinlich, dass sie durch eine Krankenhausbehandlung zu Schaden kommen könnte. Zugleich gibt es auch gute Nachrichten: Mehr als 50 Prozent fühlen sich über das Thema Patientensicherheit gut informiert.

Hardy Müller

Beauftragter der TK für Patientensicherheit „Der TK-Monitor Patientensicherheit folgt unserer Überzeugung: Wir nehmen das Votum der Versicherten ernst. Neben epidemiologischen Erkenntnissen ist es auch entscheidend, von den Versicherten immer wieder selbst zu erfahren, wie sie die Behandlung in der Arztpraxis oder im Krankenhaus erleben, und dieses individuelle Wissen aktiv in unsere Arbeit und Entscheidungen einzubeziehen.“

Professor Dr. Claudia Schmidtke

Patientenbeauftragte der Bundesregierung „Die Patienten müssen im Mittelpunkt der Versorgung stehen. Das gelingt nur, wenn wir sie beteiligen und ihre Erfahrungen für eine Verbesserung der Versorgung berücksichtigen. Bei der Patientensicherheit geht es um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten – sie müssen daher genauso eingebunden werden wie Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten.“

Patientensicherheit in der Pandemie

In der aktuellen Pandemiezeit zeigen sich Sorgen ebenso wie Vertrauen in die Behandelnden. So äußert knapp die Hälfte der Befragten Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Gleichzeitig haben aber mehr als zwei Drittel keine Bedenken, in der Pandemie eine Haus- oder Facharztpraxis aufzusuchen. Etwas verhaltener sind die Menschen beim Thema Krankenhaus: Nur knapp die Hälfte hat diesbezüglich keine Bedenken, rund ein Drittel leichte Bedenken und 16 Prozent große Bedenken.

56%

der Befragten halten es für wahrscheinlich, sich einmal mit einem Krankenhauskeim zu infizieren.

Der TK-Monitor Patientensicherheit hat erhoben, wie sicher sich Patientinnen und Patienten bei Behandlungen fühlen. Ein Ergebnis: Jeder Vierte vermutet bereits einen Behandlungsfehler erlebt zu haben.

„Wir nehmen unsere Verantwortung als TK ernst, helfen bei der Klärung von Behandlungsfehlern und engagieren uns für die Vermeidung von Fehlern“, sagt der Beauftragte der TK für Patientensicherheit, Hardy Müller. Für ihn hat der präventive Aspekt Vorrang: Fehler sind menschlich und werden immer passieren – wichtig ist, aus ihnen zu lernen und damit Fehlgriffe in Zukunft gezielt zu minimieren.

70%

die einen Behandlungsfehler vermuten, sprechen darüber mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer behandelnden Ärztin.

51%

der Befragten vermuten, dass sie einmal eine falsche Diagnose erhalten könnten.

Erfahrungen zählen

So hat sich die TK beispielsweise dafür eingesetzt, dass Versicherte ihre Erfahrungen in der Pandemie in spezialisierten Melde- und Lernsystemen einbringen können – etwa zum Thema Covid-19. Bisher waren diese Systeme medizinischem Fachpersonal vorbehalten. Neben schlechten Erfahrungen gehören dazu ausdrücklich auch die positiven Erfahrungen, die Versicherte bei der Behandlung gemacht haben. Denn auch aus ihnen kann man lernen und Behandlungsfehlern gezielt vorbeugen. Hardy Müller: „Mit den Erkenntnissen aus den Rückmeldungen erstellen wir regelmäßig neue Informationen für die Versicherten.“

Projekte helfen, die Versorgung sicherer zu machen

Die TK fördert mit einer Reihe von Projekten gezielt die Patientensicherheit. So hilft zum Beispiel die eigens entwickelte App TeamBaby Schwangeren, in der Klinik mit dem Geburtshilfe-Team klar zu kommunizieren und Missverständnisse zu vermeiden.
Ein digitales Fehlerberichts- und Lernsystem unterstützt niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie
Praxispersonal, Fehler vor Ort aufzuarbeiten und passgenaue Strategien zu Vorbeugung zu finden. Der TK-Monitor Patientensicherheit, der jährlich fortgeschrieben werden soll, liefert die solide Basis für weitere Initiativen.

Patientensicherheit: Die Mehrheit fühlt sich (sehr) gut informiert. Ein Drittel der Befragten hingegen fühlt sich unzureichend über das Thema Patientensicherheit informiert.