Schutz in der Krise: TK spannt Schirm für Pflege und Reha auf

Ein Blick hinter die Kulissen mit Edin Sisic und Barbara Dreßen vom TK-Team „Rettungsschirm“.

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Die Coronakrise hat die Pflege in den Fokus gerückt. Viele Pflegeanbieter und Rehaeinrichtungen hatten weniger Einnahmen und gleichzeitig Ausgaben für Infektionsschutzmaßnahmen wie Schutzkleidung und Desinfektionsmittel. Die Politik beschloss daher Rettungsschirme, die die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung organisiert und aufgespannt hat. Ein Blick hinter die Kulissen mit Edin Sisic und Barbara Dreßen vom TK-Team „Rettungsschirm“.

Herr Sisic, was genau verbirgt sich hinter dem sogenannten Pflegerettungsschirm?

Edin Sisic § 150 Absatz 2 und 3 SGB XI – eingeführt durch das Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz – legt fest, dass Pflegeeinrichtungen coronabedingte zusätzliche Aufwendungen und Mindereinnahmen geltend machen können, wenn sie einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Darunter fallen zum Beispiel Kosten für zusätzliche Schutzausrüstung oder zusätzliche Personalkosten, die durch die Pandemie entstanden sind.
Die Zuständigkeit der Pflegekassen ist nach Regionen geregelt. Die TK ist für insgesamt rund 3.900 zugelassene Pflegeeinrichtungen in bestimmten Regionen von Bayern, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Gemeinsam mit den zuständigen Verbänden haben wir als TK hier das Vorgehen organisiert und uns um die Auszahlung gekümmert. Auch die „Coronaprämie“ für die in der Pflege Beschäftigten haben wir sowohl als Pflegekasse als auch im Auftrag der Länder ausbezahlt.

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Pflegeeinrichtungen hat die TK seit Beginn der Coronapandemie im Rahmen des Pflegerettungsschirms unterstützt. (Stand: 31.03.21)

Sie haben gemeinsam mit Ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Pflegeteam der TK die Struktur aufgebaut. Wie kann man sich das vorstellen?

Sisic Wie bei vielen Coronagesetzen musste es schnell gehen. Gemeinsam haben wir sozusagen aus dem Nichts ein strukturiertes Antragsverfahren eingerichtet, Rahmenbedingungen für die Antragsprüfung erarbeitet sowie ein unkompliziertes und nachvollziehbares Bewilligungs- und Zahlungsverfahren organisiert. Innerhalb weniger Wochen war unser Rettungsschirm aufgespannt.

Frau Dreßen, Sie waren im Fachzentrum Krankenhaus in Mönchengladbach direkt an der Auszahlung beteiligt. Wie lief das ab?

Barbara Dreßen Die Pflegeeinrichtungen haben uns ihre Anträge per Mail zugeschickt. Wir haben dann geprüft, ob diese vollständig und nachvollziehbar sind, und unsere Rückfragen direkt mit den Einrichtungen geklärt. Passte alles, haben wir die Zahlung auf den Weg gebracht und alles entsprechend dokumentiert. Viele Pflegedienste waren dankbar und froh über die Hilfe, gerade die kleinen ambulanten Leistungserbringer. Wir haben eine eigene Telefonnummer eingerichtet, um für Fragen direkt erreichbar zu sein.

Unterstützung für Rehaeinrichtungen

Ähnlich wie bei dem Pflegerettungsschirm war das Vorgehen für die Rehaeinrichtungen. Viele Rehamaßnahmen, wie solche nach planbaren orthopädischen Operationen oder Mutter-Kind-Kuren, wurden coronabedingt ausgesetzt oder verschoben. Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hat das TK-Fachzentrum Vorsorge und Reha in Darmstadt die Abwicklung und Auszahlung der Überbrückungshilfen übernommen. Nachdem das dortige Team den Prozess aufgesetzt hatte, konnten die Mitarbeitenden in vielen Fällen innerhalb von 24 Stunden nach Eingang des Antrags die Zahlungen leisten.

Und wie lief die Zusammenarbeit innerhalb der TK?

Dreßen Viele Themen waren zunächst für uns alle neu, in meinem Fachzentrum prüfen wir ja normalerweise die Abrechnungen vollstationärer Krankenhausbehandlungen. Hinzu kam, dass die Einarbeitung und Fallbesprechung coronabedingt komplett virtuell stattfanden. Mit regelmäßigen Austauschterminen haben wir das aber gut hinbekommen. Die Zeit im Team „Rettungsschirm“ möchte ich nicht missen. Es war spannend, in ein komplett neues Thema einzutauchen und die Prozesse von Beginn an mitzugestalten.

Sisic Das kann ich bestätigen. So einen Prozess wie beim Rettungsschirm aufzusetzen, benötigt eigentlich Monate. Wir haben das in ganz kurzer Zeit umgesetzt. Ich bin wirklich stolz auf alle Beteiligten, dass wir das so gut geschafft haben.

Pflege in Coronazeiten: Viele Einrichtungen haben Mehrausgaben für Schutzkleidung.